Warum Vernetzung für Gründer in Sachsen wichtiger ist denn je
Gespräch mit Nicole Hübner, Projektmanagerin für Innovationsmanagement und Mentoring bei futureSAX


Wer in Sachsen gründen möchte, wird früher oder später auf futureSAX stoßen. Die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen vernetzt Gründer, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Investoren miteinander. Dabei versteht sich futureSAX als branchen- und technologieoffene Plattform, die sachsenweit Verbindungen schafft, wo sie sonst vielleicht nie entstanden wären. Mit der Frage “Was kann Innovation eigentlich alles bewirken?” möchte Nicole in ihrer täglichen Arbeit Menschen für Innovation sensibilisieren. Als Projektmanagerin für Innovationsmanagement und Mentoring bringt sie Gründer*innen, Unternehmer*innen und Wissenschaft zusammen und baut damit neue Brücken in der Innovationswelt aus. Dabei sieht Nicole den größten Erfolgsfaktor nicht in der Technologie selbst, sondern im Austausch zwischen den Menschen.
„Gemeinsam ist man stärker, auch wenn man vielleicht nicht so groß ist“.
Dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Innovationsökosystem in Sachsen. Schließlich stehen die meisten Gründer*innen am Anfang vor ähnlichen Herausforderungen: Wie finden wir die richtigen Partner*innen? Worauf müssen wir achten? Wer hat ähnliche Probleme bereits gelöst? Wo bekommen wir ehrliches Feedback? Die Liste offener Fragen ist lang.
Das Mentoring von futureSAX beschäftigt sich genau damit. Anders als klassische Beratungsangebote lebt das Programm vom persönlichen Austausch mit wachsenden StartUps und Unternehmen. Es sollen anstatt allgemeiner Ratschläge konkrete Erfahrungen und individuelle Fragestellungen im Mittelpunkt stehen.
„Beim Mentoring ist individueller Austausch auf Augenhöhe möglich.“
Denn häufig ist genau dieser Austausch über konkrete Themen der entscheidende Unterschied und die notwendige Unterstützung für viele Gründer*innen. Vor allem in einer Zeit, in der sich die StartUp-Szene rasant verändert, in der Informationen überall verfügbar sind und in der sich neue Trends in kürzester Zeit verbreiten können, ist ein konstruktiver Austausch und das Gefühl von Unterstützung wichtiger denn je. Nicole konnte über die letzte Zeit feststellen, dass der direkte Austausch zwischen Gründer*innen teilweise zurückgeht.
„Das Gründungsrauschen ist weniger geworden, man tauscht sich nicht mehr so viel aus. Vielleicht entstehen gerade durch die Schnelllebigkeit mehr Ängste davor.“
Woran dies jedoch genau liegt, lässt sich schwer beurteilen. Dabei sind vor allem Netzwerke, Veranstaltungen und persönliche Begegnungen oft genau die Orte, an denen aus einer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann und dafür ist der Austausch essentiell.
Trotz aller Veränderungen blickt Nicole optimistisch auf die Zukunft des Innovationsstandorts Sachsen. Ihre tägliche Arbeit bringt sie ständig mit Menschen in Kontakt, die an neuen Technologien und innovativen Geschäftsmodellen arbeiten und kann deswegen guten Gewissens sagen:
„Es gibt so spannende Innovationen in Sachsen.“
Dies ist ein ganz wichtiges Zeichen, was Nicole an alle Gründer*innen sendet: Die Chancen und Ideen sind oft bereits da. Entscheidend ist die Vernetzung mit den richtigen Menschen sowie den Mut zu haben, die eigenen Gedanken mit der Welt zu teilen.
Das Gespräch war Teil der GründerGarten-Netzwerkreihe, geführt und aufbereitet von Amalia Sophie Risy.
Dresden, 12.06.2026