SpeechMind: Wie ein Dresdner Start-up Meetings neu denkt

Von Amalia am 21. Juli 2026

„Ich kenne niemanden, der fünf Jahre in das Thema Protokollierung investiert hat und weiß, wie man das in die Kommunen installiert.”

Die wohl bedeutendste E-Mail kam auf dem Weg nach Erlangen. Nach Monaten der Entwicklung erhielt das Team von SpeechMind eine PayPal-Benachrichtigung über eine getätigte Zahlung von 48 Euro. Auf den ersten Blick ist das kein großer Betrag, aber ein entscheidender Moment. „Nach zwei Jahren haben wir dann das erste Mal gemerkt, da ist eine Zahlungsbereitschaft da“, erinnert sich Mitgründer Richard Fankhänel. 

Die Idee hinter dem Dresdner StartUp SpeechMind entstand aus einem Problem, das viele aus ihrem Arbeitsalltag kennen. Dem Protokollieren von Besprechungen. Richard war von den damals verfügbaren Lösungen zunehmend frustriert, denn diese konnten zwar Gespräche transkribieren, bei mehreren Sprechenden oder komplexeren Meetings stießen sie jedoch schnell an ihre Grenzen. „Das hat mich richtig genervt!“, erinnert er sich.

Heute, drei Jahre später, entwickelt das Dresdner StartUp Software, die aus Besprechungen strukturierte Protokolle unter Anwendung künstlicher Intelligenz erstellt. Hierbei wird großer Wert auf Genauigkeit sowie Verlässlichkeit gelegt, sodass auch komplexe Besprechungen das gewünschte Protokoll erhalten. 

Dabei verlief die Gründung alles andere als geradlinig. Richard und seine Mitgründer kamen ursprünglich aus dem Maschinenbau, lernten sich teilweise bereits in der Schulzeit kennen und verbrachten auch privat viel Zeit miteinander. Unterstützt durch ein Gründungsstipendium konnten sie ihre Idee entwickeln, obwohl das Team zu Beginn weder Softwareentwicklung noch den Verkauf vollständig beherrschte. 

Dass sich das Gründerteam nicht von den eigenen Wissenslücken ausbremsen lassen hat, ermöglichte das Heranwachsen zu einem heute aus 13 Personen bestehenden Unternehmen mit immer noch offenen Stellenausschreibungen. Dabei ist der Alltag des Teams von Kundengesprächen, Onboardings und enger Zusammenarbeit geprägt. Hierbei kommt die Community Bildung innerhalb des Teams auch nicht zu kurz, was unter anderem durch den AirFryday zur Geltung kommt: „Wenn ich etwas für die Nachwelt hinterlassen kann, dann doch bitte, dass man am Freitag gemeinsam als Team den AirFryer nutzen könnte.“, erzählt Richard.

Als KI-Unternehmen beschäftigt sich SpeechMind intensiv mit Verantwortung. Entsprechend gehören Datenschutzfragen inzwischen zu fast jedem Kundengespräch dazu. Gleichzeitig sieht Richard KI nicht als kompletten Ersatz des Menschen, sondern zur Entlastung: 

Für Gründer*innen hat er vor allem drei zentrale Tipps: Fokus, gute Kommunikation und Kontinuität. Wer über Jahre konsequent Energie in ein Thema investiert, baut sich einen Wissensvorsprung auf, den andere in Kürze nur schwer aufholen können. Ebenso wichtig sei das Team, mit dem man den Großteil des Tages verbringt: „Man sollte an den Menschen glauben und nicht an den Lebenslauf.“

Neben Technologie und Wachstum spielt genau deshalb für SpeechMind das Umfeld eine wichtige Rolle. Hierfür sieht Richard in Dresden die richtige Mischung aus Innovationskraft und persönlichem Netzwerk. 

Gerade das ist für ein wachsendes StartUp ein wirklicher Vorteil,  denn durch die vergleichsweise überschaubare StartUp-Szene entstehen schnell Kontakte, Kooperationen und die nötige Sichtbarkeit.

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